Lebensthema: Freiheit

Der künftige Bundespräsident Joachim Gauck. Foto: dpa
Der künftige Bundespräsident Joachim Gauck. Foto: dpa

Von Claudia Haas

Berlin. Auch knapp zwei Jahre nach seiner gescheiterten Bewerbung für das Amt des Bundespräsidenten hat der "Kandidat der Herzen" nicht an Beliebtheit eingebüßt: Just am Sonntag zeigte eine Umfrage, dass die klare Mehrheit der Deutschen in Joachim Gauck ein würdiges Staatsoberhaupt sieht. An dem früheren DDR-Bürgerrechtler und parteilosen Theologen, der sich selbst als "konservativen Sozialdemokraten" bezeichnet, kam nun auch die Union nicht mehr vorbei.

"Ich habe in meinem Leben Ereignisse erlebt, die lange als unwahrscheinlich galten", hatte Gauck bei seinem ersten Anlauf für das Präsidentenamt gesagt. Den Sturz des SED-Regimes und die Wendezeit nennt er die "prägende Zeit meines Lebens". Gauck spricht vom "wunderbaren Glück, Teilnehmer einer Freiheitsrevolution" gewesen zu sein. Sein neues Buch, das dieser Tage erscheint, heißt "Freiheit. Ein Plädoyer".
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Das Thema Freiheit ist sein steter Begleiter. Seit Jahren ist er in ganz Deutschland unterwegs, um bei Vorträgen oder in Schulen Menschen zu ermutigen - damit sie nicht in Bequemlichkeit verfallen und sich engagieren. "Im Miteinander von Ermutigten sehe ich die Zukunftsperspektiven für mein Land", sagte Gauck zu seiner Kandidatur 2010.

Als politischen Aufklärer, Freiheitsdenker, als Versöhner und Einheitsstifter hat ihn Angela Merkel einmal bezeichnet. "Joachim Gauck ist Mahner und richtiger Demokratielehrer."

Der Lebensweg Gaucks, am 24. Januar 1940 in Rostock geboren, ist von den Machenschaften der Stasi geprägt. Als evangelischer Pfarrer erlebte er, wie der Geheimdienst junge Leute aus seiner Kirchengemeinde ins Gefängnis steckte, weil sie regimekritische Parolen an eine Wand gesprüht hatten. In der Wendezeit widmete er sich der Aufarbeitung des Stasi-Erbes: Als Vorsitzender des Sonderausschusses zur Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit in der DDR-Volkskammer schmiedete Gauck im Sommer 1990 eine breite Koalition für ein Gesetz zur Öffnung der Stasi-Akten. Am Tag der Wiedervereinigung, dem 3. Oktober 1990, übernahm Gauck dann die Leitung der bald nach ihm benannten Behörde. So wurde er zum prominentesten Gesicht der einstigen DDR-Bürgerbewegung. Es war vor allem Gauck, der beständig vor einem Schlussstrich warnte - und damit fast zu einer moralischen Instanz wurde.

Nach zwei Amtszeiten gab Gauck 2000 sein Amt ab, doch er zog sich keineswegs aus der Öffentlichkeit zurück. Er versuchte er sich als Talkmoderator ("Gauck trifft...") und wurde er Vorsitzender des Vereins Gegen Vergessen - für Demokratie. Die Organisation setzt sich ein für die Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der DDR-Vergangenheit.

Die Vermittlung substanzieller Werte sei eine Aufgabe, "die ich ohne jedes Amt fortwährend ausübe", sagte Gauck einmal. Nun kann er sie, im zweiten Anlauf, im höchsten Amt im Staat ausüben.

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Von leser1 am Montag, 20.02.2012 um 20:55 Uhr
Lebensthema: Freiheit
Gauck for President!
Glückwünsche für ihn und seine im Konkubinat lebende Gefährtin! (Sarkasmus und Ironie aus!)
Spaß beiseite. Denn ohne grundlegende Veränderungen der nun veröffentlichten Moral hätte auch kein Westerwelle mit seinem "live-in-Partner" zusammen Staatsbesuche im Ausland machen können.
In dieser Hinsicht sind wir Deutschen also mal wieder die Grössten!
Ich denke auch, dass Herr Gauck einen Richter findet, der schnell genug eine Scheidung von seiner (noch)-Ehefrau durchführt. Wie wird sie sich verhalten? Etliche Millionen armseliger Schlucker können sich in Deutschland nur unter hohem finanziellem Einsatz von ihrer Ex loskaufen. (Zitat einer "Ex": "Ich werde Dich verfolgen und vernichten, solange Du lebst!)
Und ausserdem: Wie hätte wohl die Hinrichtungsjournaille unter Führung des Spiegel und andere reagiert, wenn Gauck ein armseliger Konservativer gewesen wäre?
Und auch aus diesem Grund wird ihn wohl niemand vernichten wollen, wenn er sich ein Häuschen kauft und denselben Zinssatz bezahlt, den auch ein Hilfsarbeiter bezahlen muss. Auch wird ihm keine Existenzzerstörung drohen, wenn er mal bei Freunden übernachtet. Und auch kein junger Staatsanwalt wird sich seinetwegen ein rotes Röckchen verdienen wollen.
Dies soll kein Nachruf auf einen von den Medien gemeuchelten Politiker sein. Sondern nur eine kleine Erinnerung, was in unserem Land so alles möglich ist.

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Von Leser am Montag, 20.02.2012 um 22:28 Uhr

Re: Lebensthema: Freiheit
Lebensthema: Freiheit

leser1, Sie können einem wirklich leid tun!
Aber gut, dass hr. Gauck und nicht SIE zum Nachfolger, des armen, zu unrecht verfolgten und von der Presse aus Berlin vertriebenen Hr. Wullf wurden.
Falls Hr. Wulff den "Ehren"sold nicht bekommen sollte (falls doch, sollte dieses Almosen schleunigst umbenannt werden!), findet er sicher wieder Unterschlupf in diversen Villen seiner reichen Schulfreunde (das muss ja eine tolle Schule gewesen sein!), hoffen wir es, sonst waren es wohl doch keine wirklichen Freunde (was die Sachlage weder für uns noch für ihne verbessern würde).
Wäre da noch die Ex in spe: wird sie ihn auf die Hälfte des "Ehren"soldes verklagen oder auf Schmerzensgeld, Schadenersatz oder sonstwas? Wird Sie weiterhin grinsend neben ihm stehen, wenn er in einem alten Wohnwagen auf einem von Hr. Gerkens Schrottplätzen einzieht, weil das mit dem "Ehren"sold trotz Andrea Nahles besorgerter Fürsprache nicht geklappt hat?
Was sind die wirklichen menschlichen Werte im Hause Wulff (z.B. "alte Freundschaften")und wieviel sind sie "wert", wenn es wirklich darauf ankommt ohne dass Bürgschaften und Werbung für Finanzdienstleister im Hintergrund stehen?
.
Wie wäre es, wenn anstatt eine Direktwahl des BuPräs zu fordern, das Volk nach Ende Amtszeit (wann und warum diese auch immer beendet wird) darüber abstimmt, ob der "Ehren"sold gezahlt werden soll oder nicht?! Wir kommen schließlich dafür auf, dürfen aber nicht im Vorfeld auswhlen - dann sollten wir wenigstens entscheiden dürfen, ob der BuPräs "geliefert hat" oder nicht.
Wullf hat selbstverständlich NICHT!


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Von Fragender am Montag, 20.02.2012 um 22:34 Uhr

Re: Lebensthema: Freiheit
Lebensthema: Freiheit

@ Leser: Will nur einen Gedanken aufnehmen. Ja, wie wird sich die Nochehefrau von Herrn Gauck fühlen. Er hat ihr doch mal Treue versprochen, war über 30 Jahren mit ihr verheiratet, hat vier Kinder mit ihr. Und ich bin sicher, dass sie gerade in der Anfangszeit der Ehe sehr viel dazu beigetragen hat, ihn unterstützt und gestützt hat. . Denn er studierte da ja Theologie. Sie hat das alles getragen, mitgetragen, hat die Kinder versorgt, groß gezogen, den Haushalt und dann das Pfarramt versorgt. Nun aber nimmt er lieber ein jüngeres neueres unverbrauchtes "Modell". Damit ist nichts gegen diese Dame an sich gesagt. Aber das ganze ist nicht die Handlung eines Pfarrers und Vorbildes für die Jugend.
Schade, gibt es wirklich niemanden, der das erfüllen könnte?


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Von Monty am Dienstag, 21.02.2012 um 02:50 Uhr

Re: Lebensthema: Freiheit
Lebensthema: Freiheit

Wer sagt denn, dass Gauck seine Frau verlassen hat und nicht umgekehrt - oder beide gesagt haben: "Es geht nicht mehr"?
Muss an diesem Klischee liegen, dass stets der Mann der Schulidige ist, die arme aufopfernde Frau verlässt, die vor Hausarbeit und Kindergeschrei ganz grau und häßlich geworden ist und ihre besten Jahre für seine Karriere geopfert hat.
Oder kürzer und frei nach den Ärzten: "Der Mann ist immer das Schwein."
Wir wissen nicht mal ob seine Frau auch wieder einen Partner hat oder zwischendrin vielleicht sogar mehrere hatte. Was wäre dann? Nichts. Weil es wurscht ist, mit wem der Mann oder seine Frau nun liiert ist.


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Von Leser am Dienstag, 21.02.2012 um 07:53 Uhr

Re: Lebensthema: Freiheit
Lebensthema: Freiheit

@ Fragender:
Sie scheinen Ihre eigene Geschichte zu diesem Thema zu haben. Vielleicht kümmern Sie sich lieber darum, anstatt sich Gedanken um die ehemalige Frau von Hr. Gauck zu machen. Diesen Part werden übernehmen eh ein paar engagierte Medienvertreter für Sie übernehmen - ob es die gleichen sind, die so angetan von Hr. Wulffs harmonischer Scheidung berichteten, wird sich herausstellen.
Bis dahin tun Sie, liebe(r) Fragende(r), vielleicht gut daran, Ihre eigenen Lebenserfahrungen zu verarbeiten, bevor Sie sich an die Interpretation der Lebenssituation anderer Menschen heranwagen.
Mit den besten Wünschen.


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        Re: Lebensthema: Freiheit - Terminator - 21.02.2012 10:36
        Re: Lebensthema: Freiheit - leser1, nicht leser - 21.02.2012 11:48
        Re: Lebensthema: Freiheit - Terminator - 21.02.2012 13:52
Lebensthema: Freiheit - Fragender - 21.02.2012 10:38
        Re: Lebensthema: Freiheit - Monty - 21.02.2012 13:43
Vor Moralin triefender Pfarrer Gauck: und seine Reiseprivilegien in der DDR - flieger - 21.02.2012 13:05
        Re: Vor Moralin triefender Pfarrer Gauck: und seine Reiseprivilegien in der DDR - Überflieger - 21.02.2012 14:56
Lebensthema: Freiheit - Fragender - 21.02.2012 14:16
        Re: Lebensthema: Freiheit - Monty - 21.02.2012 15:36
Privilegien in der DDR, dann im Westen "Freiheits"apostel (z.B. Merkel u. Gauck) - flieger - 21.02.2012 19:15
        Re: Privilegien in der DDR, dann im Westen "Freiheits"apostel (z.B. Merkel u. Gauck) - Monty - 21.02.2012 20:01
        Re: Lebensthema: Freiheit - Terminator - 22.02.2012 08:21
        Re: Lebensthema: Freiheit - Monty - 22.02.2012 09:35
        Re: Lebensthema: Freiheit - Terminator - 22.02.2012 15:19
        Re: Privilegien in der DDR, dann im Westen "Freiheits"apostel (z.B. Merkel u. Gauck) - Monty - 22.02.2012 09:55
Können Themata einfach Nicht-Vorbild ersetzen? - Hans-Oskar Sittart - 02.03.2012 16:29
        Re: Können Themata einfach Nicht-Vorbild ersetzen? - Ein Ring sie zu knechten - 02.03.2012 17:29


Der Artikel erschien am 20.02.2012, um 10:31
Letzte Änderung am 20.02.2012, um 11:31


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